Reanimationsunterricht durch Ärztinnen und Ärzte an Berliner Kliniken soll für Schülerinnen und Schüler der 7. und 8. Klassen fester Unterrichtsbestandteil werden.

Zum Start in die Woche der Wiederbelebung geht die Initiative „Berliner Schülerinnen und Schüler retten Leben“ den nächsten Schritt. Das Gemeinschaftsprojekt von Charité, Vivantes und der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie unter Schirmherrschaft der Senatorin Sandra Scheeres hat bislang die Empfehlung der Kultusministerkonferenz, Reanimation in den Unterricht aufzunehmen, an 30 Schulen umgesetzt und für weitere 7 Schulen die Lehrerfortbildungen durchgeführt.

Am gestrigen Tag luden die Initiatoren unterstützt von der BKK VBU, der Barmenia Versicherung und der Deutschen Stiftung Akut- und Notfallmedizin Schülerinnen und Schüler des Gabriele-von-Bülow-Gymnasiums in das Deutsche Herzzentrum Berlin (DHZB) ein. Engagierte Ärztinnen und Ärzten des DHZB nahmen sich viel Zeit für das Reanimationstraining und die Fragen der Schülerinnen und Schüler.

Auf der anschließenden Podiumsdiskussion, an der auch die Senatsreferentin Frau Dr. Schlösser teilnahm, diskutierten Prof. Dr. Christian von Heymann (Chefarzt Anästhesie, Vivantes Klinikum Friedrichshain), Dr. Stephan Kurz (Facharzt Anästhesie und Notfallmedizin, DHZB) gemeinsam mit Markus Kamrad (Leiter Unternehmenskommunikation der BKK VBU) und Axel Marum (Direktor der Bezirksdirektion II Berlin der Barmenia Versicherung) unter Moderation von Barbara Helten (Rechtsanwältin K&L Gates) über die Möglichkeit, den Reanimationsunterricht direkt an interessierten Berliner Kliniken durchzuführen.

Alle bekräftigten die Notwendigkeit, den Reanimationsunterricht zu einem festen Bestandteil des Rahmenlehrplans zu machen. Auch die anwesenden Schülerinnen wiesen darauf hin, dass das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten erheblich verstärkt wird, wenn das Wissen durch Personen vermittelt wird, die schon reanimiert haben und die medizinischen Hintergründe gut erläutern können. Der Blick in den Klinikalltag, das Erleben der medizinischen Möglichkeiten und Grenzen schafft wichtige Erfahrungen, die in den Schulen nicht erreicht werden können.

Vivantes, die Charité und das Deutsche Herzzentrum Berlin wollen sich aktiv und als feste Anbieter solcher Unterrichtseinheiten für alle Berliner Schulen anbieten. Da dies auch mit einem erheblichen personellen und materiellen Aufwand verbunden ist, muss Ziel bleiben, dafür regelmäßige Mittel zur Verfügung zu haben.

Aber schon jetzt stehen einzelne Termine nach Absprache für den Schülerreanimationsunterricht in Berliner Kliniken zur Verfügung. Interessierte Lehrerinnen und Lehrer können sich direkt an Prof. Dr. Christian von Heymann (christian.heymann (at) vivantes.de), Dr. Tim Schröder (tim.schroeder (at) charite.de), Dr. Stephan Kurz (skurz (at) dhzb.de) oder an die zuständige Senatsmitarbeiterin Frau Sylvana Bauernöppel (s.bauernoeppel (at) gmx.de) wenden.