Der Deutsche Bundestag hat ein Förderprogramm (über das „Krankenhauszukunftsgesetz“) in Höhe von mehreren Milliarden Euro für die deutschen Krankenhäuser Zweck gebunden zur Verfügung gestellt. Durch das „Gesetz für ein Zukunftsprogramm Krankenhäuser“ werden u.a. Investitionen in die technische Ausstattung von Notaufnahmen und Rettungsstellen ermöglicht. Dazu zählen z.B die Optimierung der digitalen Infrastruktur zur Ablauforganisation und Kommunikation sowie die Verbesserung der Telemedizin.

Die DSAN begrüßt dies ausdrücklich. Das Präsidium fordert zugleich die Patientenperspektive in den Fokus der Investitionen zu rücken und dadurch die Patientensicherheit zu erhöhen.

Überfüllte Notaufnahmen, Abmeldungen der Krankenhäuser von der Notfallversorgung aufgrund fehlender Behandlungskapazitäten und Informationsdefizite in der Rettungskette stellen hierbei besonders dringliche Schwerpunkte dar. Das thematisierte auch das Deutsche Ärzteblatt .

Aus Sicht der DSAN könnten NotfallpatientInnen vor allem dann vom Förderprogramm profitieren, wenn Krankenhäuser in folgende Projekte investieren:

  • Digitale Vernetzung von Präklinik und Klinik. Die ÄrztInnen in den Notaufnahmen und Rettungsstellen sollten möglichst vor der Ankunft von Akut- und Notfallpatienten wissen, was wie, wo, wann passiert und wie der Zustand des Patienten ist. Eine gut funktionierende Abstimmung zwischen Rettungsdiensten und Notaufnahmen/Rettungsstellen rettet Leben und Gesundheit.
  • Rascher Zugriff auf freiwillig zur Verfügung gestellte Patientendaten. Die Qualität der Behandlung in der Notaufnahme ist ganz erheblich davon abhängig, ob dem behandelnden Arzt alle relevanten Informationen zur Verfügung stehen. Ob Informationen relevant oder irrelevant sind, weiß im Zweifel nur der Arzt. PatientInnen sollten die Möglichkeit haben, freiwillig ihre vollständigen Daten schnell zur Verfügung zu stellen.
  • Investition in bauliche Erweiterungen von Notaufnahmen. Weniger Wartezeit durch mehr Räume und bessere Prozesse im Sinne von „form follows function“? Auch der Blick aus der PatientInnen-Perspektive sollte hier eine wichtige Rolle spielen. Das erleichtert die Compliance der PatientInnen, die häufig sehr wichtig ist.