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Die Akut- u. Notfallmedizin ist das Herzstück der medizinischen Versorgung in Deutschland. Wir verstehen darunter die Behandlung aller Patienten, die unfall- oder krankheitsbedingt plötzlich erhebliche Beschwerden oder Verletzungen haben. Millionenfach wird diesen Patienten jedes Jahr von Klinikärzten, niedergelassene Ärzten, Rettungssanitätern, Pflegekräften, Apothekern und allen anderen Angehörigen der Heilberufe geholfen.

Das heutige Akut- und Notfall-System ist jedoch nicht dafür ausgelegt, so viele Menschen mit den unterschiedlichsten Bedürfnissen angemessen zu versorgen. Das führt zu frustrierten Patienten, zu einem Zustand der ständigen Überforderung von Ärzten, Pflegenden, Rettungsdiensten und Klinikorganisation und schließlich zu Fehlern, zu vermeidbarem menschlichen Leid.

Die Gründe für diesen Zustand sind vielfältig.

Die strikte Trennung von ambulanter und stationärer Versorgung ist kompliziert und für die Patienten nicht nachvollziehbar. Sie sind verunsichert, wann sie sich mit welchem Leiden zu wem in Behandlung begeben sollen. Dadurch werden unnötige Umwege verursacht und Warte- und Einsatzzeiten verlängern sich.

Gleichzeitig wird die Spezialisierung der Ärzteschaft immer weiter vorangetrieben. Dabei fehlen aber Ärzte, deren Kompetenzen gerade in der fachübergreifenden Diagnostik und Behandlung liegen. Ein Facharzt für Akut- und Notfallmedizin, wie es ihn in vielen europäischen Ländern und in den USA gibt, existiert hierzulande nicht.

Die so wichtige Weitergabe medizinischer Daten der Patienten im Akut- und Notfall funktioniert häufig nicht einmal innerhalb einer größeren Klinik, geschweige denn zwischen dem ambulant tätigen Arzt und einer Notaufnahme. Patienten ist nicht bewusst, wie entscheidend fehlende Informationen im Notfall sein können.

Nicht zuletzt passt auch das Vergütungssystem nicht mehr zur Realität. Die Akut- und Notfallversorgung wird aus den Geldern bestritten, die eigentlich für andere Behandlungen vorgesehen sind. Zudem sieht das bestehende System keine Abrechnungsmöglichkeiten für eine sinnvolle, gründliche, ggf. interdisziplinäre Ausschlussdiagnostik vor.

Was wollen wir erreichen?

Die Deutsche Stiftung Akut- und Notfallmedizin will Wege bereiten, die es allen Beteiligten zusammen ermöglichen auf das gemeinsame Ziel – die Gesundung des Patienten – hinzuwirken. Dafür wollen wir den Patienten in den Mittelpunkt der Akut- und Notfallmedizin rücken.

Unser Ziel ist es, gemeinsam praktische Vorschläge zu erarbeiten und umzusetzen, Fortbildungen zu organisieren, an der öffentlichen Debatte rund um das Thema Akut- und Notfallmedizin teilzunehmen und Ansprechpartner für Akteure aus Politik, Wissenschaft, Medizin und Wirtschaft zu sein.

Nur wenn alle, das heißt sämtliche Angehörigen der Heilberufe, aber auch die Patienten selbst daran mitarbeiten, kann die bestmögliche Versorgung im Akut- und Notfall erfolgen.

Folgende Punkte sind uns besonders wichtig.

  • Akut- und Notfallmedizin aus den Augen der Patienten betrachten

Gerade im Bereich der Akut- und Notfallversorgung ist die in Deutschland fest verankerte Sektorentrennung von ambulanter und stationärer Versorgung für die Patienten weder nachvollziehbar noch sinnvoll.

Ein Patient muss im sich im Notfall sicher sein, überall eine Versorgung auf bestmöglichem Niveau zu erhalten.

  • Verantwortungsbewusste Patienten

Im Akut- und Notfall müssen den Behandlern schnellstmöglich verlässliche Informationen über die Krankenhistorie des Patienten vorliegen. Der Patient soll dafür selbst in die Lage versetzt werden, verlässlich alle notwendigen Angaben machen zu können.

  • Einheitliche und überprüfte medizinische Standards

Die Einhaltung medizinischer Standards bei Reaktionszeiten, Sicherungsmaßnahmen, Diagnostik und Therapie, Hygiene etc. muss routinemäßig überprüft und durchgesetzt werden. Um dies erreichen zu können, müssen speziell auf die Notfallversorgung ausgerichtete Qualifizierungen der Ärzte, Pflegekräfte und des Rettungsdienstes weiterentwickelt werden.

  • Eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten

Alle Beteiligten (Patienten, Angehörige der Heilberufe) sollen in einen konstruktiven Dialog treten. Hier sollen z.B. Versorgungsalgorithmen, gemeinsame Fortbildungen und Forschungsprojekte helfen.

  • Forschung und Qualitätssicherung

Die erfolgten Behandlungen müssen routinemäßig auf ihre Qualität, Wirksamkeit und Verträglichkeit hin (zum Wohl des Patienten) kritisch hinterfragt werden. Die Deutsche Stiftung Akut- und Notfallmedizin unterstützt die Forschung und Qualitätssicherung in der Notfallmedizin und nimmt an der wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Diskussion der Ergebnisse teil.

 

Wer sind wir?

Zu den Initiatoren gehören die Deutsche Gesellschaft interdisziplinäre Akut- und Notfallmedizin (DGINA) (ärztliche Fachgesellschaft), die Incuria Regress Rechtsanwalts GmbH (Patientenvertretung) sowie die Kanzlei Langwieser Rechtsanwälte (Vertretung der Leistungserbringer im Gesundheitswesen).