Foto: U. Tabea Marten
Foto: U. Tabea Marten

1. Was ist „Die kleine Patientenakte“?

„Die kleine Patientenakte“ ist ein etwa Pass-großes persönliches Dokument, in das fortlaufend die ärztlichen Diagnosen und Behandlungen eingetragen werden sollen. Mit diesem Dokument sollen Patienten die Möglichkeit erhalten, schnell, unkompliziert, strukturiert und vollständig ihren jeweiligen Behandler über ihre Krankengeschichte zu informieren.

2. Welche Vorteile hat „Die kleine Patientenakte“?

Vollständige Informationen im Notfall. Gerade im Akut- und Notfall, also dann wenn ein Mensch erhebliche Beschwerden oder Verletzungen hat, die medizinisch versorgt werden müssen, ist es für die Behandler notwendig, schnell, übersichtlich und möglichst vollständig einen Überblick über seine bisherige Krankengeschichte zu erhalten.
Dabei stellen sich dem behandelnden Arzt grundsätzlich Fragen wie beispielsweise: Hat der Patient eine chronische Erkrankung? Wurde er vor kurzem operiert? Haben sich die Beschwerden langsam entwickelt oder sind sie plötzlich aufgetreten? Welche Medikamente hat er eingenommen? Wurden ihm Implantate eingesetzt oder reagiert er auf bestimmte Stoffe allergisch?
Krankengeschichte auf einen Blick. Durch das regelmäßige Fortschreiben der kleinen Patientenakte sind die Antworten für den jeweiligen Behandler sofort erkennbar, ohne dass der Patient erst lange nachdenken muss. Vielen Patienten fallen insbesondere in Notfallsituationen Details zu ihrer Krankengeschichte nicht ein.
Sichere Daten. Da die kleine Patientenakte nur in Papierform existiert, ist ein elektronischer Zugriff durch unberechtigte Dritte nicht möglich. Es ist keine Software nötig, um den Inhalt der Akte lesen zu können.
Bessere Medikation und Verschreibung. Die verschiedenen Ärzte, aber auch die Apotheker können durch das Fortschreiben der Akte auch selbst genau sehen, bei welchen Kollegen der Patient sonst mit welchen Beschwerden vorstellig geworden und wie versorgt worden ist. Doppelverordnungen von Medikamenten oder Verordnungen von Medikamenten, die kontraindiziert sind, werden so vermieden.

3. Müssen Patienten die „Die kleine Patientenakte“ führen?

Nein. „Die kleine Patientenakte“ ist ein Angebot für Patienten. Sie können mit einer regelmäßig fortgeschriebenen kleinen Patientenakte ihre Ärzte schnell und zutreffend über ihre Krankengeschichte informieren. Viele Patienten vergessen, bei wem sie in Behandlung waren oder welche Medikamente sie eingenommen haben. „Die kleine Patientenakte“ hält die wichtigsten Informationen komprimiert und gut strukturiert immer bereit.

4. Welche Informationen werden festgehalten?

–  Name des Patienten, Versicherungsdaten (Gesellschaft/Nummer/Tarif), Patientenverfügung vorhanden, Notfallkontaktdaten
–  in der kleinen Patientenakte kann die Versichertenkarte, der Organspendeausweis und der Impfpass hinterlegt werden
–  ambulante Behandlungen (bei wem, mit welcher Diagnose bei welchen Beschwerden)
–  Medikation
–  Klinikaufenthalte (Einrichtung und Zeitraum)
–  durchgeführte Operationen (welche, wann, durch wen)
–  Bildaufnahmen wie CT, Röntgen, Ultraschall, Angiographie (Datum, aufnehmende Stelle)
–  Implantate (welche, wann eingesetzt und durch wen)
–  Allergien (durch wen mit welchem Ergebnis getestet)

5. Was passiert mit den persönlichen Daten und wer kann sie einsehen?

Die in der kleinen Patientenakte eingetragenen Daten bleiben dort und können nur von den Personen eingesehen werden, denen der Patient dies durch die Übergabe des Dokumentes gestattet.

6. Darf eine Versicherung verlangen, die Akte einzusehen?

Nein.

7. Ist der Patient verpflichtet, die kleine Patientenakte zu jedem Arztbesuch mitzunehmen?

Nein. Ähnlich wie beim Bonus-Heft der Zahnärzte oder beim Mutterpass für Schwangere ist es jedoch sinnvoll, ihn bei jedem Arztbesuch oder Apothekenbesuch mitzunehmen, vorzulegen und ausfüllen zu lassen.

8. Erhalten Patienten ohne „Die kleine Patientenakte“ eine schlechtere Behandlung?

Sofern Patienten alle in der Akte enthaltenen und für die aktuelle Behandlung notwendigen Informationen auch ohne die kleine Patientenakte an ihre behandelnden Ärzte weitergeben, ändert dies an der Behandlung nichts. Mit der kleinen Patientenakte können sie aber sicherstellen, dass sie oder auch ihr behandelnder Arzt nichts Wesentliches vergessen. Das vereinfacht Arbeitsabläufe. Im Nachgang können Patienten aber auch selbst noch einmal nachlesen, was genau diagnostiziert und welche Behandlung durchgeführt wurde.

9. Muss der Patient „die kleine Patientenakte“ selbst ausfüllen?

Nein. „Die kleine Patientenakte“ wird ausschließlich von Ärzten bzw. autorisiertem medizinischem Personal und Apothekern ausgefüllt.

10. Was passiert, wenn jemand seine kleine Patientenakte verliert?

Patienten sollten auf ihre kleine Patientenakte genauso aufpassen wie auf andere medizinische Unterlagen, da ihre persönlichen Daten frei einsehbar sind.

11. Woher bekommen interessierte Patienten ihre kleine Patientenakte?

Derzeit kann die kleine Patientenakte nur über die Stiftung selbst gegen eine Schutzgebühr von 5,00 € je Akte bezogen werden. Sie können die Bestellung hier vornehmen.