Die Deutsche Stiftung Akut- und Notfallmedizin unterstützt das von Prof. Dr. med. Felix Walcher (Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg) und Prof. Dr. med. Rainer Röhrig (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg) ins Leben gerufene Verbundforschungsprojekt zum Aufbau eines nationalen Notaufnahmeregisters.

 

Mit welchen Vorerkrankungen, Beschwerden und unter welcher Medikation kommen Patienten in die deutschen Notaufnahmen? Welche Untersuchungen sind sinnvoll und notwendig, ohne den Patienten zu sehr zu belasten? Welche Behandlungen sind am Erfolgversprechendsten? Wie können Prozesse für die Patienten optimiert werden?

Über die regelhafte Versorgung von Notfallpatienten in deutschen Notaufnahmen liegen, abgesehen von vereinzelten lokalen Studien, relativ wenige Informationen vor. Der Grund hierfür ist eine in weiten Teilen nicht standardisierte Dokumentation der Notfallbehandlung in den Notaufnahmen. Eine Verbesserung der medizinischen Versorgung der geschätzt über 21 Millionen Notfallpatienten pro Jahr durch Versorgungsforschung und Qualitätssicherungsmaßnahmen ist daher aktuell kaum möglich. Überdies haben aktuelle Daten aus Notaufnahmen ein großes Potential im Bereich der Gesundheitssurveillance. Mit dem BMBF-geförderten Verbundforschungsprojekt „Verbesserung der Versorgungsforschung in der Akutmedizin in Deutschland durch den Aufbau eines Nationalen Notaufnahmeregisters“, kurz AKTIN, sollen die Grundlagen für ein nationales Notaufnahmeregister erarbeitet werden.

Die Basis des Projektes ist das von der Sektion Notaufnahmeprotokoll der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin e.V. (DIVI) entwickelte Protokoll für eine standardisierte, strukturierte Dokumentation in der Notaufnahme. Um für verschiedene Fragestellungen relevante Daten zusammenführen zu können ist der Aufbau einer speziellen IT-Infrastruktur geplant. Bei dieser IT-Architektur verbleiben die Daten dezentral in den einzelnen Kliniken und damit im Behandlungskontext. Erfolgt eine Anfrage für eine wissenschaftliche Fragestellung, so werden, unter Wahrung des Datenschutzes, nur die erforderlichen Daten zusammengeführt. In dem Projekt wird ausschließlich mit anonymisierten Daten gearbeitet.

Das Register stellt ein modernes Tool zur Optimierung des Qualitätsmanagements in den Notaufnahmen dar und trägt zur grundlegenden Verbesserung der Versorgungsforschung in der Akutmedizin in Deutschland bei