…weil jeder von uns in die Situation kommen kann, Notfallpatient oder Ersthelfer zu sein.

Unterlassene Hilfeleistung ist strafbar. So steht es im Gesetz. Aber viele Menschen haben Angst, etwas verkehrt zu machen und anderen Menschen durch ihre Rettungsversuche mehr zu schaden. Frei nach dem Motto: Wer nichts macht, kann auch nichts falsch machen.

Doch.

Die Minuten, die bis zur Ankunft von Rettungswagen oder Feuerwehr vergehen, entscheiden nicht selten über Leben und Tod. Die Chancen, beispielsweise einen Herzinfarkt mit möglichst wenigen Folgebeeinträchtigungen zu überleben, hängen von der Kette aus Ersthelfer, professioneller Notfallversorgung und anschließender Behandlung im Krankenhaus ab. Jedem von uns kann es passieren, aufgrund eines akuten Krankheitsgeschehens oder eines Unfalls auf Menschen angewiesen zu sein, die in der Lage sind, effektiv zu helfen. Jeder von uns kann in die Situation kommen, einem anderen helfen zu müssen.

Im Straßenverkehr, im Büro und vor allem zu Hause geschehen täglich Unfälle. Wer schon einmal hilflos in einem Restaurant gesessen hat als der Tischnachbar gerade einen Herzinfarkt erlitten hat, wird das Ohnmachtsgefühl sein Leben lang nicht mehr vergessen.

Es gibt viele einfache Dinge, die Sie als medizinischer Laie im Fall der Fälle – auch für Ihre Angehörigen – tun können. Sie sollten nur hin und wieder üben wie z.B. die stabile Seitenlage geht und welche Kraft Sie bei der Herzdruckmassage aufwenden müssen. Wie immer im Leben: Je öfter Sie trainieren, desto sicherer werden Sie.

In Erste-Hilfe-Kursen erlernen Sie realitätsnah am anderen Teilnehmer (stabile Seitenlage) und an Dummys (Herzdruckmassage/Beatmungstechnik), wie das funktioniert. Wann Sie im häuslichen Umfeld sofort den Notruf wählen und einen Eisbeutel unter den Hals legen oder wann Sie zunächst abwarten und vielleicht doch eher im Bett bleiben sollten.

Wenn jeder alle zwei Jahre nur sechs bis acht Stunden investieren würde, könnte im Notfall Leben gerettet werden – vielleicht auch Ihres.

Notfallmediziner und Rettungssanitäter brauchen Sie, bevor sie vor Ort eintreffen.

Helfen Sie mit – trainieren Sie!