Foto: U. Tabea Marten
Foto: U. Tabea Marten

In medizinischen Akut- und Notfällen, also immer dann, wenn Patienten plötzlich erhebliche Beschwerden haben, die medizinisch versorgt werden müssen, fehlen dem behandelnden Arzt immer wieder wichtige Informationen über die Vorgeschichte des Patienten. Das erschwert die richtige Diagnose, die richtige Therapie und kann im schlimmsten Fall zu Fehlbehandlungen führen. Dadurch entstehen dem Einzelnen vermeidbare Leiden und dem Gesundheitssystem unnötige Kosten.

„Die kleine Patientenakte“ der Deutschen Stiftung Akut- und Notfallmedizin will hier Abhilfe schaffen. In dem Pass-großen Dokumente sollen künftig knapp und übersichtlich die wichtigsten Informationen über die Krankengeschichte des einzelnen Patienten auffindbar sein, um eine richtige Behandlung zu erleichtern. Neben der Information für den Notfall gewährleisten die fortlaufenden Eintragungen in die kleine Patientenakte damit auch, dass der Patienten weiß, was für eine Erkrankung er hat. Eine solche konzentrierte und klare Informationssammlung gibt es bisher nicht.

Inhalt der Akte

In der Akte sind enthalten:

• Patienteninformationen
Zunächst enthält „Die kleine Patientenakte“ die wichtigsten Informationen zur Person des Inhabers wie Krankenkassenkarte, Impfpass, Angaben zur Person, Notfallkontakt etc.. Der behandelnde Arzt kann somit erkennen, wen er vor sich hat, ob Personen kontaktiert werden sollen und ob beispielsweise eine Patientenverfügung vorhanden ist.

• Behandlungen
Es folgt die chronologische Auflistung der ambulanten Behandlungen, denen sich der Inhaber der kleinen Patientenakte unterzogen hat. Aus diesen Informationen lassen sich erste Rückschlüsse für die aktuelle Diagnostik und Therapie ziehen. Vorerkrankungen sind vermerkt, eine Entwicklung bestimmter Beschwerden ist nachvollziehbar und auch die Eintragungen von ärztlichen Kollegen sind sofort parat.

• Medikamente
„Die kleine Patientenakte“ soll auch alle Medikamente (verschreibungspflichtige und frei erhältliche) enthalten, die der Inhaber zu sich nimmt oder zu sich genommen hat. Liegt bereits der einheitliche Bundesmedikationsplan vor, kann dieser in „Die kleine Patientenakte“ integriert werden. So wird die Gefahr von unbewussten Doppelverschreibungen bzw. Wechsel- und Nebenwirkungen verringert.

• Klinikaufenthalte
Die Klinikaufenthalte des einzelnen Patienten werden aufgelistet, sodass sich die weiterbehandelnden Ärzte an die jeweilige Klinik wenden können, um ggf. weitere Informationen zur Behandlung einzuholen.

• Operationen
Auch die Operationen des Patienten werden in der kleinen Patientenakte vermerkt. So können weitere Ursachen und Zusammenhänge durch die behandelnden Ärzte schneller und sicherer erkannt werden. Bestimmte Medikamente sind bei einzelnen vorangegangenen Operationen auch kontraindiziert. Dies wissen viele Patienten nicht oder vergessen im Akut- und Notfall auch, die behandelnden Ärzte darauf hinzuweisen.

• Bildaufnahmen
Dieses Kapitel zeigt, welche Bildaufnahmen schon gefertigt worden sind und wer sie gemacht hat. Damit kann der behandelnde Arzt im Notfall schnell Bildaufnahmen von der richtigen Stelle anfordern, um auch Entwicklungen zu sehen.

• Allergien
Bestehende oder ausgeschlossene Allergien werden aufgelistet, damit im Notfall allergische Reaktionen auf Medikamente vermieden werden können.

Pflege der kleinen Patientenakte

Die Eintragungen in „Die kleine Patientenakte“ werden von Ärzten, Apothekern oder – auf Anweisung – durch das medizinische Personal vorgenommen.

Verbreitung der kleinen Patientenakte

Die kleine Patientenakte kann über die Deutsche Stiftung Akut- und Notfallmedizin gegen Zahlung einer Schutzgebühr von 5 € je Akte bezogen werden. Bitte senden hierfür eine E-Mail an patientenakte [a] stiftung-notfall.de oder nutzen Sie unser Bestellformular.