Mehr als 20 Millionen Patienten werden jedes Jahr in den Notaufnahmen deutscher Kliniken versorgt und die Zahlen steigen kontinuierlich an. Speziell für leichter erkrankte Patienten ist die Behandlung in Notaufnahmen aber gesetzlich gar nicht vorgesehen. Viele Patienten sind verunsichert, wo sie sich mit akuten Beschwerden hinwenden sollen. Zudem haben niedergelassene Ärzte in eigener Praxis nicht selten so viel zu tun, dass sie Notfälle an die Notaufnahme verweisen, obwohl eine Behandlung vor Ort grundsätzlich möglich wäre. Diese Überlastung führt zu ernsten Fehlern und vermeidbarem Leid. Weder die behandelnden Ärzte noch die betroffenen Patienten wollen dies weiter hinnehmen.
Deshalb wurde nun die Deutsche Stiftung Akut- und Notfallmedizin gegründet. Initiiert haben sie führende Notfallmediziner Deutschlands, die Deutsche Gesellschaft interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin (DGINA) und Patientenvertreter. Zum ersten Mal setzen sich damit Ärzte und Patientenvertreter gemeinsam für eine Verbesserung der völlig überlasteten Akut- und Notfallmedizin ein.
Präsident Prof. Dr. med. Christian Wrede: „Die Deutsche Stiftung Akut- und Notfallmedizin will Wege bereiten, die es allen Beteiligten zusammen ermöglichen auf das gemeinsame Ziel – die Gesundung des Patienten – hinzuwirken. Dafür wollen wir den Patienten in den Mittelpunkt der Akut- und Notfallmedizin rücken.“

Ziel: Den Patienten in den Mittelpunkt stellen
Das Ziel der Stiftung ist es, gemeinsam praktische Vorschläge zu erarbeiten und umzusetzen, Fortbildungen zu organisieren, an der öffentlichen Debatte rund um das Thema Akut- und Notfallmedizin teilzunehmen und Ansprechpartner für Akteure aus Politik, Wissenschaft, Medizin und Wirtschaft zu sein.
Geschäftsführerin Jana Hassel: „Wir brauchen weitere Unterstützer und Menschen, die unsere Ziele teilen. Nur wenn alle, das heißt neben den Ärzten, Rettungskräften, Apothekern und allen anderen Angehörigen der Heilberufe auch die Patienten daran mitarbeiten, kann die bestmögliche Versorgung im Akut- und Notfall erfolgen.“

Erste Projekte: Die Kleine Patientenakte und Fortbildungen für Mediziner
In medizinischen Akut- und Notfällen fehlen dem behandelnden Arzt immer wieder wichtige Informationen über die Vorgeschichte des Patienten. Das erschwert die richtige Diagnose, die richtige Therapie und kann im schlimmsten Fall zu Fehlbehandlungen führen.

„Die kleine Patientenakte“ der Deutschen Stiftung Akut- und Notfallmedizin will hier Abhilfe schaffen. In dem westentaschengroßen Heft sollen künftig knapp und übersichtlich die wichtigsten Informationen über die Krankengeschichte des einzelnen Patienten auffindbar sein, um eine richtige Behandlung zu erleichtern. Neben der Information für den Akut- und Notfall gewährleisten die fortlaufenden Eintragungen in die kleine Patientenakte damit auch, dass der Patienten weiß, was für eine Erkrankung er hat. Eine solche konzentrierte und klare Informationssammlung gibt es bisher nicht.

Darüber hinaus wird die Stiftung Fortbildungen für Mediziner in verschiedenen Städten anbieten, die ambulant tätige Ärzte, Notfallmediziner und Patientenvertreter zu verschiedenen Themen zusammenbringen.